Tusche auf Papier
ink on paper

Fast Sketches
Mit Tusche und Feder zeichnet Suntje Sagerer ihre sogenannten
Fast Sketches anfänglich im überschaubarem Format auf Papier. Zügig aus dem Handgelenk heraus, entstehen Figuren, welche wie geschrieben anmuten. Noch vor Beginn ihres Studiums an der HfBK Dresden entwickelt die Künstlerin eine ganz persönliche Manier im Zeichnen. Um den Figuren in ihren Bildern eine besondere Note zu verleihen, greift sie auf eine der ältesten künstlerischen Techniken zurück.
Mit Feder und Tusche entstehen die Fast Sketches. Jede Linie ist durch die Führung der Feder individuell und hinterlässt spontane Spuren die sich als schwarze Tuchekleckse formal ins Bildgeschehen einreihen. In den Bildern sehen wir Figuren aus dem alltäglichen Leben, Kinder, Eltern, mittelständige Erwachsene, Hunde, Äffchen oder aber auch abgewandelte Wesen mit nur einem Auge, fliesen ins Reportiore ein. Obwohl die Zeichnungen einen illustrativen Charakter besitzen, steht jedes Bild für sich, der Konsens bleibt offen und lässt Raum für freie Assoziationen.

Die anfänglich in schwarz-weiß gehaltenen Zeichnungen koloriert die Künstlerin folgend mit digitalen Bildprogrammen. Mit der Kolorierung beginnt der eigentliche malerische Prozeß. Unabhängig von bestimmten Räumen, ganz ohne Ölfarbe, Terpentin und damit verbundene Materialschlachten entstehen diese farbigen Arbeiten. Um letztendlich als eigenständiges Kunstwerk zu wirken, werden die digitalen Bilder hochwertig auf unterschiedliche Trägerstoffe wie Leinwand oder Papier gedruckt.

Thematisch geht es in den Fast Sketches um die Wahrnehmung des Einzelnen in der Gesellschaft. Jede Figur stellt einen Charakter dar, der sich versucht in seiner Umwelt nach außen hin zu positionieren. Eben weil jedes Individuum ein Bedürfnis nach sozialer Integration hat. Integration ist hierbei der Schlüsselbegriff. In dem diese Figuren überdimensional auf Häuserwände übertragen werden, gehen sie automatisch in Kontakt mit der Bevölkerung des jeweiligen Ortes und laden zu einer weitreichenden Auseinandersetzung über Kunst im öffentlichen Raum ein.